Gerade läuft das Lied im Radio, mit dem einst hier alles begonnen hat, … was irgendwie soviel verändert hat… scheiße, und ich heul quasi jetzt schon. Vanessa Amorosi – Perfect. Wenn ich es unterm Strich betrachte, habe ich es echt geschafft, alle meine Vorhaben und Einstellungen, die ich zu mir, diesem Praktikum und meinem zukünftigen Leben hatte, “umzudrehen”. Es hat sich soviel geändert, verändert und einiges ist noch genauso… und alles ist gut
Ich wollte dieses Praktikum eigentlich nutzen, um mich in meinem Leben noch ein Mal auszutoben, mein Fernweh und mein Abenteuerdrang zu stillen und dann bodenständig zu Haus weiter machen. Mr. Right finden, ganz brav meinen Doktor machen. Familie aufbauen, Kinder kriegen,…
Und jetzt: anstatt mein Fernweh zu stillen, ist es gewachsen. Ich werde also definitv ein ähnliches Ding (vlt nicht ganz so weit weg?
) machen. Und um sowas zu machen, brauch man Geld, also wird gearbeitet. Ein bodenständiger Job. Also meinen Doktor mal irgendwann machen, aber nicht jetzt! *Lebensplanänderung 1*
Thema Mr. Right und Selbsterwartung: Man kann nur Mr. Right finden, wenn man selbst mit sich zufrieden ist. Das war ich seit meiner letzten Beziehung nicht, weil ich die “besondere Gabe” habe, mir Sachen zu sehr zu Herzen zu nehmen. Ich war nie wirklich mit mir zufrieden. Äußerlich nicht, und (folglich) innerlich an einigen Stellen auch nicht wirklich. Ich wollte dieses Praktikum zu sehr und ich wollte zu sehr, dass es perfekt wird. Vlt war es deswegen auch gar nicht schlecht, dass es das gerade nicht gewesen ist. Ich habe hier wirklich gesehen, wie gut wir wirklich durch Eltern, Uni, und Umfeld ausgebildet werden. Und die ganzen Klischees von Kellerkindern, Leuten, die nur Nachts arbeiten, unkommunikativen Freaks … ja, es gibt sie und ja, es ist nicht einfach, mit sowas klar zukommen. Meine Erwartungen an das ganze Theater hier waren einfach zu hoch. Ab einem bestimmten Punkt war es einfach gar nicht mehr möglich, mich zufrieden zu machen, weil es einfach zu spät war, bzw auch gar nicht mehr möglich, meine Erwartungen zu erfüllen. Also etwas, was ich für mich unbedingt ändern muss: niemals die Erwartungen zu hoch setzen. *Änderung 2* Es ist nicht falsch, Erwartungen zu haben, aber zu hohe Erwartungen können (wie ich gesehen hab) Probleme bringen … Das “lustige” daran sind eigentlich zwei Einsichten: Ich habe (eben auch beim Lesen älterer Artikel) gemerkt, dass ich die “Schuld” immer bei anderen gesucht habe, anstelle, mich selbst zu fragen, warum es so nicht-zufriedenstellend ist. Es wäre von Anfang an sicher besser gewesen, sich mal selber zu fragen! *klick* und etwas, womit ich schon immer Probleme hatte: Ich lasse mir ungern etwas sagen. Ab einem bestimmten Punkt im Praktikum habe ich irgendwie angefangen genau das, was emin Betreuer mir sagte, nicht zu tun. *g* Jaja, meiner Familie wird das nicht fremd vorkommen. Aber die Erkenntnis, dass ich es selber merke, ist das wichtige! “Nobody is perfect!” sagt man so schön. Aber nicht nur “Nobody” auch “Nothing” is perfect. Überall muss man ein paar Abstriche machen und sich auf Kompromisse einlassen oder mal hören wenn andere etwas sagen. Fazit: Meine Selbsterwartung an das Praktikum war also zu hoch und mein Kopf hat nichts anderes zugelassen und “zugemacht”.
Aber, ich wäre ja nicht ich, wenn ich nur an das Praktikum “Ansprüche” stellen würde. Ich hab das vorher auch mit anderen Menschen gemacht. Zum Thema “Mr. Right” habe ich auch immer gesagt, dass Mr. Right derjenige sein wird, der mich so nimmt/akzeptiert wie ich bin, mit all meinen Macken und Fehlern. Aber wollte ich so genommen/akzeptiert werden? So unzufrieden wie ich war? Um letztlich wieder “Erwartungen” nicht erfüllt zu sehen, weil ich selbst nicht (mit mir) zufrieden bin? Hm. (das war ne rhetorische Frage
)
Ich hab also angefangen zu überlegen, was mich unzufrieden macht, oder warum ich meinen Perfektionismus an anderen Leuten oder an “Jobs” ausleben wollte, anstatt an mir. Nun, mittlerweile glaube ich, darf man erst gar nicht ein “Perfektionismus”-Gefühl in sich (oder andere) haben, sondern ein “Zufriedenheitsgefühl” aufbauen. Sich selbst fragen, ob man mit dem, was man ist, zufrieden ist. Man wird an dem, was man ist, “gemessen”. Nicht, an dem, was man macht! Nun, also die Frage (die sich auch jeder selbst stellen kann): wann genau sind wir eigentlich zufrieden? Ich, für meinen Teil, wenn ich körperlich und geistig ausgelastet bin. War/Bin ich geistig ausgelastet: ja. War ich körperlich ausgelastet? öhm, man könnte es auch als rhetorische Frage auffassen, aber ich denke, dem Lerneffekt dienend: *offensichtlich* nicht! Und wenn ich mit diesem Punkt unzufrieden war, hab ich dann etwas dafür getan? Nein, eher dagegen, in dem man Süßigkeiten nascht, faul rumsitzt und weiter unzufrieden ist, anstelle von raus gehen, aktiv sein … Hm, also stand *Änderung 3* in der Tür: Ich will mit mir auch körperlich zufrieden sein. Es gibt soviele Umstände, die zu dieser Einsicht geführt haben. Dass *ich* das WILL! Für mich ganz allein. Wäre das irgendwo zu Haus möglich gewesen? Ich denke nicht. Der Umstand, dass ich soweit weg bin, hat sicher noch mehr dazu beigetragen, dass ich mich ganz auf mich konzentrieren konnte. Und es sind diese kleinen Sachen im Leben, die sooo groß sind: Das richtige Lied, am richtigen Ort und der richtige Input, von der richtigen Person. Ich bin zufällig in der super Glückssituation in den nächsten Tagen alle drei Komponenten das erste Mal nach dem Hickhack zusammen zukriegen, und das wird sicher auch für mich etwas komisch sein. Ich habe mir irgendwann das Ziel gesetzt, mich mehr zu bewegen und abzunehmen. Und der Zufriedenheitsfaktor sollte bei -15 Kilo (also 15 Kilo weniger) liegen. Damit ist immer noch Übergewicht da, aber es geht ja nicht um Perfektionismus, wie wir gelernt haben
, sondern um Zufriedenheit. Bin ich aktuell zufrieden? JA! denn unglaublicher Weise habe ich das Ziel erreicht (und sogar dadrüber hinaus noch viel mehr). Ich habe für mich erkannt, dass wenn ich etwas will, für mich ganz allein, dann muss ich mir auch richtig in Arsch treten. Wenn ich das nicht tue, hab ich schon im Ansatz verloren. Denn mein Ziel zu erreichen, hörte nicht mit dem Tag auf, an dem die Waage mir 15 Kilo weniger zeigte. Da ging der große “Spaß” erst richtig los. Denn abzunehmen ist eher ein körperlicher Wille! Das Gewicht zu halten ist der Kopf. Meinen Körper kann ich besiegen, wie ich gesehen habe, aber meinen Kopf. Uff … das war und ist immer noch harte Arbeit. Aber das schöne daran: mittlerweile sehe ich, dass mir ne Tafel Schoki nicht das geben kann, was mir 20 min Laufen geben. Ich kann beides in 20 min “über die Bühne bringen” (Laufen oder Schoki in 20 min essen), aber die Langzeitwirkung ist eine ganz andere. Während bei Schoki nach einer Stunde bereits wieder das Unzufriedenheitsgefühl kommt (welche Frau kennt das nicht?
), hält das Laufen-Ich-Fühl-Mich-Toll-Gefühl mindestens den ganzen Tag und den nächsten auch noch an. Also Fazit: ich bin von Schoki eine Stunde zufrieden, von Laufen 2 Tage. Das halte ich mir einfach jedes Mal vor Augen
Noch etwas zu der Problematik “sich was sagen lassen”: Ich weiß nicht so recht, was es dafür bedarf, aber ich weiß, dass es den richtigen Input geben muss. Während von familiärer Seite ja auch immer ein subjektiver Charakter sowie Gefühle und Emotionen (achja, da ist Familie Dinse ganz groß drin
) mitspielen, brauchen solche Einsichten und Erkenntnisse wohl eher objektiven Charakter, wie: Abstand, und Leute, die das vermögen haben, sich Gefühle und Emotionen zu verkneifen, weil sie der Problematik vlt etwas objektiver gegenüberstehen. Nur einen Faktor brauchen beide Seiten: mein Vertrauen. Ich kann nicht auf meinen Betreuer (objektiv, rational,..) hören, wenn ich dem nicht vertrauen kann. Ich kann nicht die Erkenntnis zum “mir was sagen lassen” von meiner Familie bekommen, weil zuviel Emotion da mit reinspielt und ja, weil man eben doch aus dem “selben Holz” geschnitzt ist und soviele Sachen gemeinsam durchgestanden hat, dass es da nie wirkich geklappt hat. Es bedarf wohl Leute, die mit einer anderen Perspektive auf die Sachen blicken und nicht unbedingt aus dem vertraut-familiären Hintergrund kommen (zumindest noch nicht *an die Zwangshochzeit denk* )
Ich glaube an diser Stelle möchte ich einfach meiner Familie (allen voran meiner Mutter, meinen Geschwistern und meiner Oma) danken, für das Vertrauen und die Zuversicht, die ihr in mich steckt und immer gesteckt habt. Für die Unterstützung seit Beginn des Projektes “Australien”, für die vielen Gespräche und “Hilfsaktionen”, wenn es nötig war und das ganze trotz der Mega-distanz. Ich bin stolz auf uns alle, dass wir das geschafft haben ![]()
Für uns als Emotionshaufen ist das schon viel!
Ich hab euch ganz dolle lieb.
Und, jap, für all das, was wohl als “sichtbare” Veränderung wieder mit nach Haus kommt, aber ganz besonders für all die “nicht offensichtlichen” Veränderungen, für die vielen Male, wenn man jemanden brauchte, der einfach da ist, jemand, auf den man sich immer verlassen kann, möchte ich dir, Steffen, danken. Ich bin nicht einfach, ich weiß das!
Dass du die Flinte noch nicht ins Korn geworfen hast, wundert mich
aber du bist die Person, die mich ein Stück zu der Person zurückgebracht hat, die ich gerne sein möchte. Danke dafür. Es ist toll, Menschen wie dich zu kennen. Und ich freu mich darauf, dich hier wieder zu sehen. Weißt du, ich erinner mich noch dran, dass ich dir immer gesagt habe, dass ich Angst davor habe, mich zu verändern. Nun ist soviel anders, … und trotzdem toll.
Danke.
